Mai
10
2010
Aquarell auf Leinwand
Aquarelle werden normaler Weise auf speziellem Aquarellpapier gemalt, das im Künstlerbedarf in vielen verschiedenen Sorten erhältlich ist. Unterschiede finden sich vor allem in der Beschaffenheit der Oberfläche des Papiers, die grobkörnig, feinkörnig, matt, rau oder satiniert sein kann. Das Papier sollte abhängig vom Motiv gewählt werden, da verschiedene Maltechniken nicht auf jedem Papier zum gewünschten Ergebnis führen.
Neben den unterschiedlichen Aquarellpapieren ist es jedoch auch möglich, ein Aquarell auf Leinwand zu malen. Leinwand als Malgrund hat sich in der Ölmalerei bereits vor Jahrhunderten durchgesetzt und wird ebenso von Acrylmalern verwendet. In der Aquarellmalerei ist das Leinwandmalen weniger bekannt. Da die Aquarellfarbe auf der Leinwand anders reagiert als auf dem Aquarellpapier, lassen sich neue Effekte und Farbverläufe erzielen, an denen besonders experimentierfreudige Hobbykünstler ihre Freude haben.
Die Leinwand als Malgrund ist ein wenig mit dem Aquarellpapier „Torchon“ zu vergleichen, das eine ähnliche Oberflächenstruktur wie die Leinwand hat.
Das Material der Leinwand hat die Eigenschaft, die wässrige Aquarellfarbe leicht aufzusaugen. Hierdurch kann es zu Farbverläufen kommen, die nicht gewünscht sind. Um dies zu vermeiden, kann die Leinwand mit einer speziellen Grundierung behandelt werden. Ebenfalls ist zu empfehlen, die Aquarellfarbe dickflüssig aufzutragen, um das Aufsaugen durch die Leinwand zu vermeiden.
Die Nass-in-Nass-Technik ist auch auf Leinwänden möglich. Allerdings muss man wissen, dass die Farbeffekte kaum zu kontrollieren sind. Sollte man eine bestimmte Vorstellung von dem Bild im Kopf haben, ist es nicht ratsam, die Nass-in-Nass-Technik anzuwenden.
Für abstrakte Bilder, die unkontrolliert wirken sollen, eignet sich die Nass-in-Nass-Technik auf Leinwand hervorragend. Der Hobbymaler sollte allerdings ein wenig experimentierfreudig sein.
Normaler Weise würde man ein auf Aquarellpapier gemaltes Aquarellbild durch einen Bilderrahmen schützen. Da dies bei Leinwänden nicht üblich ist, sollte das Aquarellbild nach seiner Fertigstellung mit einem Fixierspray behandelt werden.
Tipp: Sehr lohnenswert ist es auch, verschiedene Maltechniken mit Aquarellfarbe auf der Leinwand auszuprobieren. Da die Farben durch das leichte Einziehen in das Material wesentlich kräftiger wirken, können mehrere Farbschichten übereinander gelegt werden.
Das Aquarellbild erhält auf diese Weise eine unheimliche Farbtiefe, die man sonst eher der Acrylmalerei zuordnen würde.
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