Jun

18

2010

Das Glasieren von Töpferarbeiten

Abgelegt in Kunsthandwerk

Töpferarbeiten aus Ton oder Keramik können nach dem ersten Brand, dem Schrühbrand, in ihrer Form belassen werden. Soll jedoch die Oberfläche des Tons geschützt werden, ist das Glasieren des Werkstücks nötig. Das Glasieren von Töpferarbeiten kann mit einer transparenten Glasur oder Glasurfarbe erfolgen. Beide sorgen für einen schönen Glanz des Töpferobjektes. Beim Glasieren und auch beim Glasurbrand muss einiges beachtet werden, da selbst kleine Fehler die Töpferarbeit zerstören können.

Glasuren sind in unterschiedlichen Ausführungen im Künstler- und Töpferbedarf erhältlich. Für Anfänger sind Fertigglasuren am Besten geeignet. Diese müssen lediglich mit Wasser angemischt werden, wobei immer auf die Gebrauchsanweisung des Herstellers geachtet werden sollte.

Daneben sind Pulverglasuren erhältlich, die ebenfalls mit Wasser angerührt werden, aber dann einen Tag lang quellen müssen. Danach muss nochmals Wasser auf die Glasur gegeben werden. Die Schwierigkeit bei Pulverglasuren liegt im optimalen Mischungsverhältnis.
Wird zu wenig Wasser zugefügt, bilden sich Klümpchen und die Glasur lässt sich schlecht auftragen. Hinzu kommt, dass Pulverglasur in nur einer Schicht auf die Tonarbeit aufgebracht wird. Fehler beim Auftrag können kaum noch behoben werden. Deshalb ist die Verwendung von Pulverglasur besser für erfahrene Töpfer geeignet.

Fertigglasuren für Ton und Keramik werden mit einem nicht zu weichen Pinsel sehr dünn, in mehreren Schichten, aufgetragen. Das Glasieren kann direkt nach dem Schrühbrand erfolgen, wenn die Töpferarbeit vollständig abgekühlt ist. Staubreste müssen gründlich entfernt werden.

Die erste Glasurschicht sollte mit dem Pinsel im waagerechten Verlauf erfolgen. Diese Schicht trocknet in der Regel sehr schnell, da das Material sehr trocken ist und die Glasur sehr schnell aufnimmt. Nach dem Trocknen dieser ersten Schicht kann mit dem zweiten Auftrag begonnen werden. Um ein möglichst gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen, sollte diese Schicht senkrecht verlaufend aufgepinselt werden.

Beim Glasieren dauert das Trocknen der zweiten Schicht etwas länger als bei der ersten. Ist auch diese Schicht trocken, kann mit dem Glasieren der dritten Schicht begonnen werden. Hierzu wiederholt man am Besten den Verlauf der ersten Glasurschicht. Beim Glasieren von Ton und Keramik sollte man unbedingt darauf achten, dass der Boden des Objektes nicht glasiert wird. Sollten sich hier Glasurreste befinden, ist es ratsam, diese abzuwischen. Würde man auch den Boden glasieren, wäre ein Festbrennen im Brennofen die Folge.
Wurde die Glasur zu dick aufgetragen, können überschüssige Tropfen vorsichtig mit einem Messer entfernt werden.

Nach dem Glasieren mit der dritten Schicht müssen Ton oder Keramik mindestens einen Tag durchtrocknen, bevor der Glasurbrand erfolgt. Hier gilt es dennoch, die Gebrauchsanweisung des Herstellers zu beachten.
Beim Einsetzen der Töpferarbeiten für den Glasurbrand muss darauf geachtet werden, dass sich keine Werkstücke im Brennofen berühren, da sie sonst aneinander kleben würden.

Beim Glasurbrand kann die Brenntemperatur bis zum Erreichen der maximalen Temperatur verkürzt werden. Sie muss nicht so langsam gesteigert werden wie beim Schrühbrand, da die Werkstücke keinerlei Wasser mehr enthalten. Pro Stunde kann der Brennofen mit 120-150°C auf eine Temperatur von 650°C gebracht werden. Ist diese Temperatur erreicht, kann pro Stunde mit 150-200°C auf die Endtemperatur geheizt werden. Diese liegt im Durchschnitt bei 1020-1300°C, wobei auch wegen der Brennzeit unbedingt auf die Empfehlung des Herstellers, geachtet werden muss.

Genau wie beim Schrühbrand, darf der Brennofen nicht zu schnell geöffnet werden. Nach dem Absinken auf eine Temperatur von 100°C kann die Ofentür einen Spalt weit geöffnet werden. Wird die Töpferarbeit zu früh aus dem Ofen genommen, kann es passieren, dass der Ton oder die Glasur zerstört werden.

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