Apr

20

2010

Das richtige Brennen von Töpferarbeiten

Abgelegt in Kunsthandwerk

Töpferarbeiten müssen nach ihrer Fertigstellung zunächst getrocknet und später gebrannt werden. Das richtige Brennen von Töpferarbeiten ist jedoch ein Kapitel für sich, da sowohl bezüglich der Brennzeit, als auch der Brenntemperatur einiges falsch gemacht werden kann. In diesem Fall ist der Schaden meist besonders groß, da die Töpferarbeiten auf diese Weise zerstört werden können und die mühevolle Töpferarbeit völlig umsonst war.

Manche Hobbykünstler verzichten auf das Brennen ihrer Töpferarbeit und lassen das Werkstück einfach an der Luft trocknen. Hierbei sollte man allerdings beachten, dass die Töpferarbeit sowohl zerbrechlich als auch wasserdurchlässig ist. Außerdem ist der Ton keinesfalls so belastbar wie gebrannter Ton, so dass sich poröse Kleinteile nicht selten von der Töpferarbeit ablösen. Der Grund für den Verzicht des Brennens ist meist die Tatsache, dass der Handwerker keinen geeigneten Brennofen zur Verfügung hat. Da die Temperaturen des normalen Backofens nicht ausreichen, ist der Töpferer auf einen Töpfer-Brennofen angewiesen.

Wenn keine Töpferei in der Nähe ist, lohnt es sich, in Schulen oder Volkshochschulen zu fragen, ob man seine Tonarbeiten in deren Ofen brennen lassen kann.

Bevor der Ton gebrannt werden kann, muss er zunächst trocknen. Es gilt zu beachten, dass eine 1 cm dicke Tonschicht etwa eine Woche zum trocknen benötigt. Während dieser Zeit sollte zum einen auf eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit geachtet werden. Zum anderen sollte die Tonarbeit niemals in der Nähe eines geöffneten Fensters abgestellt werden. In regelmäßigen Abständen sollte die Töpferarbeit gewendet werden, so dass alle Seiten gleichmäßig trocknen können. Ist der Ton beim Rohbrand noch zu feucht, kann sich beim Brennen Wasserdampf bilden, was zu Rissbildungen führen kann.

Der erste Brand nach dem Trocknen wird allgemein als Rohbrand oder Schrühbrand bezeichnet. Hierbei sollte beachtet werden, dass größere Tonarbeiten in den unteren Bereich des Ofens gestellt werden und kleinere Teile in den oberen Bereich. Soll die Töpferarbeit nach dem Rohbrand mit einer Glasur behandelt werden, können problemlos mehrere Tonarbeiten gestapelt werden. Soll auf eine Glasur verzichtet werden, ist es angebracht, die Werkstücke einzeln zu stellen, da es sonst zu Verfärbungen des Tons kommen kann.

Beim Roh- oder Schrühbrand ist es wichtig, dass die Ofentemperatur nur sehr langsam gesteigert wird und die empfohlene Temperatur auf der Verpackung des verwendeten Tons eingehalten wird. Wird die Temperatur zu schnell gesteigert, kann es passieren, dass die Tonarbeit platzt oder in Stücke bricht. Um dies zu vermeiden, wird die Temperatur pro Stunde um 100°C erhöht, bis der Ofen eine Betriebstemperatur von 650°C erreicht hat. Anschließend kann sie pro Stunde um 150°C erhöht werden, bis die endgültige Temperatur von 960°C erreicht ist.

Nach rund zwanzig Minuten bei 960°C ist der Schrühbrand abgeschlossen und die Töpferarbeiten können im Ofen abkühlen. Keinesfalls sollte die Ofentür geöffnet werden, bevor die Temperatur unter 100°C gefallen ist. Wird die Tür vorzeitig geöffnet, ist es möglich, dass es zu Rissen in den Werkstücken kommt. Nach dem ersten Rohbrand werden Tonarbeiten als Tonscherben bezeichnet, die nun entweder im unglasierten Zustand verbleiben oder aber mit einer Glasur versehen werden.

Wird eine Glasur aufgetragen, müssen Tonscherben ein zweites Mal gebrannt werden. Die Glasur wird mit einem mittelharten Pinsel in mehreren Schichten gleichmäßig aufgetragen. Nach dem Trocknen der Glasur kann die Töpferarbeit nochmals zum so genannten Glasurbrand in den Brennofen.

Im Gegensatz zum Rohbrand dürfen sich beim Glasurbrand keinesfalls mehrere Tonarbeiten im Ofen berühren, da diese sonst zusammenkleben und sich anschließend nicht wieder voneinander lösen lassen. Beim Glasurbrand schmilzt die Glasur und verbindet sich mit der Tonarbeit.

Eine so langsame Temperatursteigerung wie beim Rohbrand, ist nicht nötig. Wichtig ist allerdings, dass die Einhaltung der Brenntemperatur genau nach den Angaben des Glasur-Herstellers erfolgt, da es sonst möglich ist, dass sich die Glasur wieder verflüssigt.

Nach dem Glasurbrand muss ebenfalls darauf geachtet werden, dass die Tonarbeiten langsam abkühlen und die Ofentür nicht frühzeitig geöffnet wird.

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