Apr

21

2010

Raku-Töpfern

Abgelegt in Kunsthandwerk

Neben dem Töpfern mit Ton oder Keramik gibt es auch verschiedene Töpfer-Arten, die sich vor allem aufgrund ihrer speziellen Brenn-Methode vom normalen Töpfern unterscheiden. Hierzu gehört beispielsweise das Raku-Töpfern, das seinen Ursprung in Japan hat. Die ersten Keramikarbeiten sind bereits im sechzehnten Jahrhundert entstanden. Der Begriff Raku hat sich bei Hobbykünstlern eingebürgert und umschreibt sowohl die Tonmasse, als auch die komplette keramische Raku-Brenntechnik.

Das Raku-Töpfern unterscheidet sich dahingehend von der normalen Töpfermethode, dass das Töpfermaterial sehr schnell gebrannt und ebenso schnell wieder abgekühlt wird. Normaler Weise würde man beim Töpfern die Temperatur des Brennofens lediglich um 100°C pro Stunde erhöhen, bis 650°C erreicht sind. Anschließend würde man die Temperatur pro Stunde um 150°C erhöhen, bis die endgültige Temperatur von 960°C erreicht ist.

Das Raku-Werkstück wird zum Glasurbrand direkt in den 1000°C heißen Ofen gestellt. Dass das Raku-Töpfermaterial diesen raschen Temperaturanstieg verkraftet, ist auf die spezielle Zusammensetzung des Tons zurückzuführen. Raku-Töpfermaterial enthält deshalb einen hohen Anteil an Schamotte und Sand. Fertiger Raku-Ton ist im Künstlerbedarf oder im Töpfer-Fachhandel erhältlich, kann allerdings auch nach Anleitung vom Töpfer angemischt werden.

Das Töpfern ist im Allgemeinen eine heikle Sache, da besonders während des Brennprozesses einiges schief gehen kann. Wurde der Ton vor dem Brennen nicht ausreichend getrocknet, kann das Töpfermaterial im Ofen aufgrund des entstehenden Wasserdampf platzen. Speziell beim Raku-Töpfern muss beachtet werden, dass die Nähte bei der Verarbeitung des Rohmaterials immer gut verstrichen werden, da diese empfindlichen Stellen sonst während des Brennens auseinander brechen können.

Raku-Töpferware durchläuft im Rohzustand die gleiche Behandlung wie normales Töpfermaterial. Das getrocknete Werkstück wird zum Rohbrand, bzw. Schrühbrand, wie oben beschrieben, in den Brennofen gestellt. Erst wenn die Töpferware abgekühlt ist, erfolgt die spezielle Raku-Methode. Im Fachhandel sind spezielle Farben und Glasuren für die Raku-Technik erhältlich, die nach dem Abkühlen aufgetragen werden.

Das Raku-Töpfern kann in einem normalen Brennofen erfolgen. Wegen der recht starken Rauchentwicklung ist es allerdings ratsam, die Töpferwaren im Freien zu brennen. Nachdem der Ofen auf 1000°C vorgeheizt wurde, werden die Raku-Werkstücke mit einer Eisenzange in den Ofen gelegt. Durch die hohen Temperaturen schmilzt die Glasur der Raku-Ware, die dann wieder etwas feucht aussieht und aus dem Brennofen genommen werden kann. Das Raku-Werkstück wird direkt in eine feuerfeste Tonne gelegt, die mit Sägespänen befüllt ist.

Nachdem die Töpferarbeit mit Sägespänen bedeckt wurde, wird die Tonne mit einem Deckel verschlossen, um so möglichst wenig Rauch entweichen zu lassen. Dieses Verfahren, das einen Temperaturschock für die Raku-Ware bedeutet, wird als Reduktion bezeichnet. Hierbei entstehen die, für die Raku-Technik typischen Risse in der Glasur, die als Krakeleen bezeichnet werden.

Die starke Rußbildung im geschlossenen Eimer sorgt dafür, dass sich die Töpferarbeit in unglasierten Bereichen sowie im Bereich der Krakeleen, schwarz färbt. Auf diese Weise entstehen einmalige Muster und Verfärbungen, so dass jedes Objekt absolut einmalig ist.

Nach einer halben Stunde können die Raku-Arbeiten mit einer Zange aus dem Sägespäne-Eimer genommen werden. Damit sowohl die Glasur als auch das Muster zur Geltung kommen, muss lediglich der Ruß entfernt werden. Die Reinigung kann mit Wasser und etwas Stahlwolle erfolgen.

Aufgrund der Krakeleen und der speziellen Musterungen der Raku-Töpferarbeiten, wirken sie fast ein wenig antik und sind auf den ersten Blick von anderen Töpferarbeiten zu unterscheiden.

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