Apr

19

2010

Töpfern für Anfänger

Abgelegt in Kunsthandwerk

Das Töpfern gehört zu den handwerklichen Hobbys, das sich aufgrund der Unwissenheit vieler Hobbykünstler nicht so recht durchgesetzt hat. Dabei ist das Töpfern eine äußerst kreative Tätigkeit und mit etwas Geschick können sich die ersten Ergebnisse durchaus sehen lassen und der Künstler schafft sich ein Hobby, das eine unendlich gestalterische Form annehmen kann.

Fälschlicher Weise wird häufig angenommen, dass man zum Töpfern eine eigene Töpferscheibe sowie einen Brennofen benötigt. Hierbei handelt es sich natürlich um Anschaffungen, die nicht gerade kostengünstig sind. Eine Töpferscheibe wird aber nur dann benötigt, wenn beispielsweise ein Gefäß in Töpferscheiben-Technik hergestellt werden soll. Da diese Töpfertechnik für den Anfänger sehr schwer ist und besser in einem Töpferkurs erlernt werden kann, bietet es sich an, zunächst die Aufbautechnik auszuprobieren. Hierbei kann man am Besten ein Gefühl für das Töpfern entwickeln.

Das Rohmaterial Ton sowie verschiedenes Werkzeug ist in jedem guten Künstler- oder Töpferbedarf erhältlich. Für die ersten Versuche reichen auch Haushaltsgegenstände, wie zum Beispiel ein Nudelholz, aus.
Eines sollte bereits vorweg genommen werden. Wer sich für das Töpfern interessiert, sollte sich im Vorfeld erkundigen, wo das fertige Werkstück nach dem Trocknen gebrannt werden kann. Ein normaler Haushaltsofen reicht hier nicht aus, da Temperaturen von über 1000°C nötig sind, um das Töpfermaterial zu brennen. Manche Töpfereien bieten ihren Kunden an, ihre Töpferarbeiten in ihrem Brennofen zu brennen. Notfalls kann man auch in Schulen oder Volkshochschulen nachfragen, da hier meist kleine Brennöfen für die Schüler vorhanden sind.

Die Aufbautechnik kann problemlos am Küchentisch durchgeführt werden. Um ein gutes Ergebnis zu erzielen, sollte der Ton zunächst gut und vor allem gleichmäßig durchgeknetet werden. Dieser Arbeitsschritt erleichtert das spätere Bearbeiten und sorgt zudem dafür, dass der Ton nicht aufreißt, sich Luftblasen im Material bilden oder kleine Werkteile vom Töpferobjekt lösen.

Bei der Töpfer-Aufbautechnik wird der Tonklumpen mit der Hand in die gewünschte Form gedrückt. Hier bietet es sich an, zunächst eine kleine Vase oder eine Schale zu formen. Dass die Töpferarbeit auf diese Weise etwas unregelmäßig geformt erscheint, ist völlig normal. Wichtig ist lediglich, dass man versucht, die Wände des Gefäßes möglichst in einer gleichmäßigen Stärke zu formen.

Beim Töpfern ist die Wulsttechnik ebenfalls für Anfänger geeignet. Hierbei wird der Ton in etwa fingerdicke Stränge gerollt und zusammengesetzt. Um das Gefäß zu stabilisieren, werden die Übergänge der Wülste an den Enden verstrichen. Allerdings kann hier so gearbeitet werden, dass man anschließend noch die ursprünglichen Wülste erkennen kann. Wesentlich aufwendiger ist es, wenn man mit der Wulsttechnik eine glatte Oberfläche erzielen möchte. In diesem Fall müssen die Übergänge der Töpferarbeit sorgfältig verstrichen werden.

Wenn die Bearbeitung und das Formen der Töpferarbeit abgeschlossen ist, muss die noch feuchte Tonarbeit zunächst trocknen. Dieser Vorgang sollte langsam und vor allem gleichmäßig erfolgen, wobei die Luftfeuchtigkeit möglichst hoch sein sollte. Auf keinen Fall sollte die Töpferarbeit in einem Raum mit geöffnetem Fenster trocknen, da sonst die Gefahr besteht, dass sich Risse im Werkstück bilden.
Töpferarbeiten, die über eine maximale Wanddicke von 1 cm verfügen, müssen im Schnitt eine Woche trocknen, bevor sie in den Brennofen kommen.

Einfache Tonarbeiten werden in der Regel zweimal gebrannt, einmal vor der Glasur und einmal anschließend. Auf der Verpackung des verwendeten Tons wird meist die empfohlene Brenntemperatur für die Töpferarbeit angegeben.

Das erste Brennen im unbehandelten Zustand nennt sich Schrühbrand, der normaler Weise bei Temperaturen zwischen 900 und 1100°C erfolgt. Beim Brennen muss darauf geachtet werden, dass die Temperatur des Brennofens nur langsam, etwa um 100°C pro Stunde, gesteigert wird. Nach dem ersten Brennen, kann die Töpferarbeit entweder im gebrannten Rohzustand belassen werden oder oder mit einer Glasur versehen werden. Bevor die Glasur aufgetragen wird, muss das Werkstück abkühlen. Anschließend erfolgt der Glasurbrand, der zweite Brennvorgang, der grundsätzlich nach Anleitung der Verpackung des Materials erfolgen sollte.

Beim Glasurbrand sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sich nicht mehrere Werkstücke im Ofen berühren, da diese sonst an der Glasur miteinander verkleben können.
Das Abkühlen muss unbedingt langsam erfolgen, da sich Sprünge und Risse in der Glasur bilden können. Bevor die Temperatur nicht auf unter 100°C abgekühlt ist, sollte deshalb die Ofentür nicht geöffnet werden.

Ähnliche Beiträge:

Einen Kommentar dazu schreiben: