Jul

27

2009

Öl- oder Acrylmalerei?

Abgelegt in ölmalerei

Jeder Hobbymaler stand vermutlich anfangs vor der Frage, ob die Acryl- oder Ölmalerei besser für ihn geeignet ist. Um diese Frage zu klären, ist es notwendig, sich ein wenig mit den Eigenschaften der Farben auseinander zu setzen.
Die Ölmalerei kann auf eine mehrere Jahrhundert alte Tradition zurück blicken. Zahlreiche Künstler aus der Renaissance- und Barockzeit verewigten sich in ihren Öl-Gemälden.
Die Acrylmalerei wiederum wurde erst vor etwa sechzig Jahren ins Leben gerufen und findet mittlerweile eine großer Anhängerschaft.
Die Ölmalerei ist für absoluten Malanfänger weniger gut geeignet, denn ein gewisses Grundwissen bezüglich der Erfahrung und des Umgangs mit Farbe gelten als Grundvoraussetzung.
Die Ölmalerei ist dafür bekannt, dass ein erhöhtes Maß an Vordenken erforderlich ist, ehe mit dem Malen begonnen werden kann.

Da Ölfarben nicht wasserlöslich sind, können Korrekturen am Bild lediglich übermalt werden. Hierbei sind jedoch die extrem langen Trocknungszeiten der Farbe zu bedenken. Selbst bei dünnen Farbschichten kann es mehrere Tage dauern, bis das Bild getrocknet ist.

Die lange Trocknungszeit wird von vielen Malern jedoch als vorteilhaft empfunden. Durch den Einsatz von so genannten Malmitteln kann der Trocknungszeitraum auf mehrere Wochen verlängert werden.
Bei der Nass-in-Nass-Maltechnik kommen Ölfarben ebenfalls wegen ihrer Bearbeitungszeit sehr gerne zum Einsatz.
Selbst bereits angetrocknete Farbe kann durch das Hinzufügen von Terpentin-Öl wieder streichfähig gemacht werden, so dass Korrekturen durchgeführt werden können.
Im Vergleich zu Acrylfarben verfügen Ölfarben außerdem über eine intensivere Leuchtkraft sowie einen sanften Glanzfilm.
Nachteilig bei der Ölmalerei ist jedoch, dass die Farben weniger alterungsbeständig sind als Acrylfarben. Ebenfalls sollte man das Aufrollen des Ölbildes auf Leinwand strikt vermeiden, da die Farben sonst brechen würden.
Die Acrylmalerei ist der Ölmalerei sehr ähnlich, allerdings haben die Farben den Vorteil, dass sie sehr schnell trocknen. Bei verschiedenen Maltechniken wird diese kurze Trocknungszeit allerdings als nachteilig empfunden. Fehler können lediglich durch Übermalen oder Auskratzen behoben werden.

Prinzipiell kann ein Acrylbild im Gegensatz zum Ölbild komplett in einer Sitzung fertig gestellt werden. Die Farbe kann mit Wasser verdünnt werden oder aber pur aus der Tube aufgetragen werden. Hier gilt es allerdings zu beachten, dass die Farbe nach dem Trocknen etwas dunkler erscheint als vorher.
Bei der Wahl des Malgrundes sind Acrylfarben sehr flexibel. Neben Malkarton, Leinwand oder Papier, kann der Maler ebenfalls auf Holz malen. Der Malgrund muss lediglich fettfrei sein. Im Gegensatz zu Ölfarben sind Acrylfarben sehr elastisch. Bemalte Leinwände können nach dem Trocknen problemlos zusammen gerollt werden.
Ein weiterer Vorteil für Acrylfarbe ist, dass die Farbe perfekt mit anderen Farben gemischt werden kann, so beispielsweise mit Gouache, Pastellfarben, Aquarellfarbe sowie Ölfarbe.
Allerdings muss bei gleichzeitiger Anwendung von Öl- und Acrylfarbe darauf geachtet werden, dass die Ölschicht immer oberhalb der Acrylschicht sein muss, da Acryl von ölhaltigen Untergründen abplatzen würde.

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