Okt

20

2009

Techniken zum Zeichnen mit Kohle

Abgelegt in zeichnen

Das Zeichnen mit Kohle erfordert viel Geschick und Fingerspitzengefühl und ist längst nicht so einfach wie es aussieht, wenn man einem erfahrenen Zeichner bei der Arbeit zusieht. Wichtig ist, dass sich Zeichenanfänger, die sich für das Zeichnen mit Kohle interessieren, im Vorfeld mit den verschiedenen Zeichentechniken auseinandersetzen sollten. Nur so kann man das Kohlezeichnen lernen.
Bevor es los geht, ist es ratsam, seinen Arbeitsplatz vorzubereiten und sich alle nötigen Zeichenutensilien bereit zu legen. Da das Zeichnen mit Kohle eine schmutzige Angelegenheit ist, sollte der Arbeitsplatz mit einem großen Stück Zeitungspapier abgedeckt werden und die Kleidung durch einen Kittel geschützt werden. Zu den wichtigsten Zeichenutensilien gehört ein beliebig großes Stück Malkarton, das in allen erdenklichen Farben im Künstlerbedarf erworben werden kann.

Weiterhin benötigen Sie Zeichenkohle in unterschiedlichen Härtegraden und etwas Reißkohle. Reißkohle ist dicker als Zeichenkohle und wird aus Ruß und Pigmenten hergestellt, weshalb sie wesentlich dunkler erscheint. Allerdings werden Sie auch feststellen, dass sich Reißkohle nur sehr schwer wieder vom Papier entfernen lässt. Außerdem benötigen Sie Schleifpapier, etwas Wasser, einen Pinsel, ein Stück Knetgummi, Tücher, Wattestäbchen und Fixierspray.

Probieren Sie als erstes die natürliche Zeichenkohle aus und benutzen Sie die Reißkohle nur, um einen Vergleich zu haben. Breite Linien lassen sich am besten zeichnen, indem man ein Stück Zeichenkohle abbricht und mit der breiten Kante über das Papier fährt. Die Farbintensität lässt sich durch den ausgeübten Druck beeinflussen. Sehr feine Linien können gezeichnet werden, indem ein Kohlestift mit der Kante über das Papier geführt wird. Probieren Sie dies zunächst aus und spitzen Sie anschließend die Zeichenkohle mit dem Schleifpapier an. Jetzt können Sie sehr feine Linien zeichnen.

Kohle ist ein sehr flexibles Naturmaterial, weshalb die Verwischtechnik mit Zeichenkohle besonders gut gelingt. Flächen und Übergänge können gezielt mit der Hand oder einem Tuch verwischt werden, so das effektvolle Schattierungen entstehen. Üben Sie die Verwischtechnik, indem Sie aus einzelnen Linien eine Fläche entstehen lassen oder verwischen Sie Linien so stark, dass sie nicht mehr zu erkennen sind.
Auch das bereit gelegte Stück Knetgummi wird beim Verwischen der Zeichenkohle verwendet. Mit dem Knetgummi können ganze Linien ausradiert werden oder aber dunkle, bereits gezeichnete Flächen wieder aufgehellt werden.
Will man helle Linien oder auch komplette Flächen aufhellen, wird das Knetgummi einfach auf die entsprechenden Stellen gedrückt.
Das Knetgummi kann problemlos bei größeren, aber auch kleineren Flächen eingesetzt werden. Will man aber sehr kleine und detailgetreue Flächen verwischen oder aufhellen, sollte besser auf das Wattestäbchen zurückgegriffen werden. Mit einem Wattestäbchen können Sie kleine Korrekturen ausführen oder sehr feine Effekte erzielen.

Bevor man sich beim Zeichnen mit Kohle an gewagte Motive heranwagt, ist es empfehlenswert, die Zeichentechniken zunächst ausgiebig auszuprobieren.
Hohe Anschaffungskosten für Material und Hilfsmittel brauchen Sie nicht zu befürchten. Mit der Zeichenkohle oder der Reißkohle brauchen Sie ebenfalls nicht allzu sparsam umzugehen, da komplette Sets bereits sehr kostengünstig im Künstlerbedarf erhältlich sind. Wenn Sie Ihr erstes Werk fertiggestellt haben, vergessen Sie auf keinen Fall, die Kohlezeichnung anschließend mit Fixierspray einzusprühen, da sich sonst Kohlepartikel vom Papier lösen können und das Bild verschmieren. Wenn Sie kein Fixierspray zur Hand haben, können Sie alternativ auch auf ein handelsübliches Haarspray zurückgreifen.

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